Datenbank

Obstbäume im öffentlichen Raum – Pflegen und Nutzen mit Verstand (2025)

Obstbäume sind immer seltener im öffentlichen Raum vertreten und Streuobstwiesen leiden häufig unter zu geringer Pflege und Nutzung. Vor diesem Hintergrund geht Michael Grolm in diesem Artikel der Frage nach, wie Obstbäume im öffentlichen Raum wieder gefördert werden können.

Obstgehölze eignen sich sehr gut für städtische Institutionen, wie Kindergärten, Schulen, Spielplätze und Behörden, sowie in öffentlichen Räumen, wie Parks. Im Rahmen von pädagogischen Konzepten, Obstlehrpfaden oder Obstfesten können sie dort zur Bildung der Bevölkerung sowie zur Förderung des Tourismus beitragen und der Bereicherung von Mitarbeitenden dienen. Außerdem können sich Kommunen beispielsweise durch sogenannte Generationenparks für Obstbäume im öffentlichen Raum einsetzen. Hier werden Bäume für einen gewissen Betrag anlässlich von Geburten, Hochzeiten oder Geburtstagen gepflanzt.
Darüber hinaus können Obstbaumalleen als Ausgleichsmaßnahme gepflanzt werden. Diesbezüglich weist der Autor auf zwei Veröffentlichungen der BaumLand-Kampagne hin – einem Merkblatt für Obstbaumalleen sowie Vorschläge für den erfolgreichen Erhalt und die Förderung von Alleen und Baumreihen:

Für die genannten Orte werden Gehölze mit einem langen Erntezeitraum sowie wohlschmeckenden und pflückreifen Früchten empfohlen.
Kommunen können die Anlage und Pflege von Obstbäumen durch Kompensationsgelder finanzieren. Die BaumLand-Kampagne stellt diesbezüglich Informationen sowie eine Kostenkalkulation zur Verfügung.

Des weiteren betont Michael Grolm, dass eine fachgerechte und zukunftsorientierte Planung für vitale, langlebige Obstbäume unabdingbar ist. Hierfür sind spezielle Schulungen für das Personal von Kommunen unerlässlich. Außerdem ist eine professionelle Baumpflege in regelmäßigen Abständen essenziell, um eine stabile Krone und qualitativ hochwertige Früchte zu gewährleisten. Die Priorität liegt hier beim Jungbaumschnitt in den ersten 12 bis 15 Jahren. Auch die regelmäßige Pflege der Baumscheibe ist von Bedeutung. Nach 15 bis 20 Jahren können die Pflegemaßnahmen in größeren Abständen, bei Altbäumen nur noch alle 5 bis 7 Jahre durchgeführt werden. Weitere wichtige Faktoren, die in der Planung berücksichtigt werden sollten, sind der Wurzel- und Stammschutz, die Standortbedingungen, die Unternutzung (regelmäßiges Mähen), die richtigen Pflanzabstände (Differenzierung nach Baumart, mindestens 12 m), das Einbeziehen der Stammhöhe (je nach Unternutzung, mindestens 2 m) sowie der Verbisschutz bei der Viehnutzung einer Obstwiese.

Außerdem wird hervorgehoben, dass Obstbäume im öffentlichen Raum in erster Linie nicht der Vermarktung dienen, sondern Bürgerinnen und Bürgern Freude bereiten sollen. Zudem sind sie wertvoll für die Biodiversität und den Erhalt alter Sorten.

Den Tagungsband können Sie hier erwerben:

Autoren: Michael Grolm
Jahr: 2025
Titel: Obstbäume im öffentlichen Raum – Pflegen und Nutzen mit Verstand
Seiten: 129 – 136

In:
Titel: Jahrbuch der Baumpflege 2025
Auflage: 29. Ausgabe
Herausgeber: Prof. Dr. Dirk Dujesiefken, Dipl.-Ing. Thomas Amtage, Dr. Markus Streckenbach
Verlag: Haymarket Media GmbH & Co. KG
Ort: Braunschweig
Quellenart: Tagungsband
ISBN: 978-3-87815-292-7

Beitrag erstellt von:

Alleen im Wandel